Schnüre, Ketten, Gurte: So sind Kinder auf der sicheren Seite – und Sie auch…


Von Ihnen als Spezialist für den Sicht- und Sonnenschutz erwarten Ihre Kunden eine sichere und dabei auch normgerechte Ausführung. Kindersicherheit hat dabei oberste Priorität – und in diesem Bereich gibt es eine wichtige Neuerung.


Info-Service des Verbands für innenliegenden Sicht- und Sonnenschutz zur neuen EU-Norm

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VIS - Verband für innenliegenden
Sicht- und Sonnenschutz

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Müssen auch in einer Ausstellung, z.B. beim Raumausstatter, die Anforderungen der Norm DIN EN 13120 erfüllt werden (Shop-in-Shop)?

Grundsätzlich ja, da der Anwendungsbereich des Produktsicherheitsgesetzes sich auch auf die Ausstellung von Verbraucherprodukten bezieht. Wir gehen allerdings davon aus, dass im Hinblick auf die Warenpräsentation die Einbauhöhen unbeachtlich sind, da die Präsentationsfensterrahmen i.d.R. keine normalen Fenstermaße haben. Dies bedeutet, dass z.B. bedienkettenbetriebene Systeme auch in Bodenhöhe mit ortsfester Spannvorrichtung montiert werden können.


Wo müssen Warnhinweise zum Thema Kindersicherheit angebracht werden?

Wird das Produkt an den Fachbetrieb zur Montage beim Endkunden geliefert, reichen die Warnhinweise in der Bedien- und Montageanleitung sowie an der Sicherheitseinrichtung aus. Erfolgt die Lieferung direkt an den Endkunden zur Eigenmontage, muss der Warnhinweis so angebracht sein, dass er von außen sichtbar ist (bei durchsichtiger Verpackung kann der Hinweis in der Verpackung angebracht werden, soweit er von außen sichtbar ist; ansonsten muss der Warnhinweis außen angebracht werden).


Gibt es eine ViS-Broschüre Kindersicherheit in englischer Sprache?

Nein, die Broschüre ist ausschließlich für den deutschen Markt mit seinen spezifischen Anforderungen entwickelt worden.


Wie lang darf die Bedienschnur (keine Schlaufe) z.B. an einem Springrollo sein?

Analog zur Regelung „Schlaufenbildung bei innenliegenden Schnüren“ sollte die Bedienschnur nicht länger als 20 cm sein.


Gibt es eine Vorgabe für die Größe bzw. Ausführung des Warnhinweises, der an den Produkten angebracht sein muss?

Der Text wird von der Norm vorgeschrieben (s. ViS-Broschüre S. 4). Hinsichtlich der Schriftgröße sagt die Norm folgendes aus: „In diesen Warnhinweisen muss das Wort „WARNHINWEIS“ groß geschrieben werden und eine Höhe von mindestens 8 mm aufweisen. Der restliche Text ist in Buchstaben mit einer Höhe von mindestens 3 mm zu schreiben.“, (novellierter Normtext 15.2.2.1).


Muss der Warnhinweis durch den Hersteller an die einzelnen Komponenten (z.B. Kettengetriebe) angebracht werden, oder ist es ausreichend, wenn der Raumausstatter nach der Herstellung der Raffrollos diesen anbringt?

Mit dem Warnhinweis sind Produkte oder Sicherheitseinrichtung und Montage-/Bedienungsanleitung zu kennzeichnen. Der Warnhinweis muss am Produkt oder an der Sicherheitseinrichtung und in der Montage-/Bedienungsanleitung aufgeführt sein (s. ViS-Broschüre S. 4). Wird der innenliegende Sonnenschutz von z.B. Raumausstatter erst fertig konfektioniert, d.h., dass er die Komponenten zusammenfügt, hat er die entsprechenden Warnhinweise an der Sicherheitseinrichtung anzubringen. Einzelne Komponenten sind also nicht zu kennzeichnen, da der Anwendungsbereich der Norm sich auf das fertige Produkt bezieht.


Muss die in der überarbeiteten Norm abgebildete Halterung (Anhang C, Bild C.7) genauso aussehen?

Nein, bei der abgebildeten Halterung handelt es sich um ein „Beispiel“. Wichtig ist, dass die mitgelieferte Halterung für den Zweck geeignet ist, Bedienschnüre entsprechend aufzunehmen. Sicherheitseinrichtungen im Bereich Kindersicherheit müssen die Anforderungen der DIN EN 16433 und 16434 erfüllen.


Kann eine Aufwickelvorrichtung anstelle einer Spannvorrichtung zum Aufwickeln statt zum Spannen einer Bedienkette bei einer kettenbetriebenen Anlage verwendet werden?

Nein, die umlaufende Kette kann nur mit einem Kettenspanner (ortsfeste Spannvorrichtung, s. novellierte Norm Anhang C, C2) gesichert werde. Das Aufwickeln genügt nicht.


Für welche Produkte gilt die Norm DIN EN 13120?

Zum Geltungsbereich gehören alle innenliegenden Sicht- und Sonnenschutzprodukte, unabhängig von deren Konstruktion und der Art der verwendeten Werkstoffe.

Nicht enthalten im Geltungsbereich sind Gardinen- und Insektenschutz-Systeme. Auch Produkte im Zwischenglas (verschweißte Scheiben) sind nicht betroffen, mit Ausnahme von Anforderungen hinsichtlich des Schutzes vor Strangulation.


Sind alle Produkte aus dem Geltungsbereich betroffen?

Schon heute gibt es eine Vielzahl von schnur- und schlaufenlosen Produkten (z. B. verspannt, motorisiert), die die Anforderungen der DIN ohne Einschränkungen erfüllen.


Wer ist verantwortlich, der Hersteller der Komponenten,
der Konfektionär oder der Fachbetrieb (Fachhandel/­Fachhandwerker)?

Alle Beteiligten haben eine geteilte Verantwortung. Der Konfektionär ist verantwortlich, dass alle Bestandteile des Produktes mit den geltenden Normen und Gesetzen in Übereinstimmung gefertigt werden.

Der Fachbetrieb muss den Endverbraucher über die möglichen Gefahren aufklären und das Produkt nach den Vorgaben des Herstellers und gemäß der Norm ausmessen und montieren.


Muss jedes Produkt getestet werden?

Es ist nicht notwendig jedes Produkt zu testen. Allerdings muss sichergestellt sein, dass die Produkte den Anforderungen aus der DIN EN 13120 genügen.


Was ist mit Produkten, die bevor die neue Norm erstellt wurde, verkauft wurden?

Diese Produkte müssen lediglich den Stand der Norm erfüllen, die zum Zeitpunkt des Verkaufs gültig war.


Was ist, wenn der Endkunde die nach DIN EN 13120 erforderlichen Sicher­heitsein­richtungen und Vorgaben nicht berücksichtigt haben möchte?

In diesem Fall ist es erforderlich, dass der Fachbetrieb den Endkunden fachgerecht berät und empfehlenswert, sich schriftlich bestätigen zu lassen, dass die gewählte Art der Montage trotz Beratung ausdrücklich gewünscht war.


In welcher Sprache muss der Warnhinweis erfolgen?

Der Warnhinweis muss in der Sprache des Staates vorliegen, in welchem das Produkt an den Endkunden verkauft wird.